Das ist nicht das Ende

Das ist nicht das Ende. This ist not the end.

Es ist Energie. Erde, Luft, Sonne, Wasser. Eizellmoleküle, Spiralen von Verbindungen, Neuronen, Gewebe. Der Mensch wird geboren. Eine gesunde Frau bringt ein behindertes Kind zur Welt, das sie Tag für Tag bis an das Ende ihres Lebens pflegt. Kein Urlaub oder schöne erholsame Tage am See. Sie hat aufgehört zu träumen und fragt sich jeden Tag, warum genau sie, dieses Leiden ertragen muss.

Eine alkoholkranke Frau bringt ein gesundes Kind zur Welt, und noch eines, und noch eines. Und danach kommen alle in Kinderheime. Wo bleibt die Logik, fragst du dich auch selbst? Es scheint alles vorbestimmt zu sein. So stelle ich es mir vor. Der Mensch bekommt bei der Geburt schon seine Geschichte mit, könnte man glauben. Ein Archivraum im Gotteshaus. Jede Geschichte von Gottes Diener selbst geschrieben. Papierrollen verstaubt, schön alphabetisch sortiert. Milliarden davon, in der Gottesbibliothek für immer aufbewahrt.

Der Mensch glaubt alles zu wissen und selbst zu bestimmen, doch ist schon alles vorprogrammiert. Keine Änderungen im Programm vornehmen. Es sollte einfach geschehen.

Der Mensch hat ständig Angst, vor diesem und jenem. Warum willst du denn reich sein, glaubst, du fühlst dich dann besser? Tag für Tag strebt der Mensch nach Glück und Reichtum, um den anderen Menschen zu zeigen, sie zu beeindrucken, was er wirklich ist.

Jeder strebt im Laufe der Jahre nach dem Sinn des Lebens. Autofahren, Alkohol, andere Drogen und Suchtmittel zu sich nehmen. Um die Welt besser zu verstehen. Oder doch um die Schreie des menschlichen Scheiterns und des Leidens zu überhören. Einfach nur blind durch das Leben laufen. Nichts wahrhaben wollen. Und erneut scheitern wir. Wir sterben und lassen Unverarbeitetes hinter uns. Wir wollen nichts davon wissen. Aber das was wir nicht wissen ist, dass wir zurückkommen müssen. Bis wir es gefunden haben. Den Frieden unseres Geistes.

Das Wunderbare am Leben sind wir Menschen und unsere Taten.

Eine moderne Familie heutzutage trifft sich selten aber sicher bei Geburtstagen, Beerdigungen oder in Krankenhäusern. Alle sprechen über das eine oder andere Schicksal des Lebens. Operationen, Krankheiten, Erfolge. Keiner spricht über das Trauern oder den Tod, das ist auch gut so. Verwandte, die sich bekriegen, wegen gebliebenem Vermögen. Die Menschen sollten mehr Freude am Leben haben, sich mehr umarmen, mehr streicheln, mehr liebhaben und ab und zu sagen „Schön, dass es dich auf dieser Welt gibt“.

Sonderbar und einzigartig ist jeder Mensch mit seiner eigenen Geschichte. Versteht ihr das nicht? Wie unterschiedlich wir sind und doch einzeln miteinander sehr eng verbunden. Wieder und wieder geboren. Jeder kennt das schon. Jeder von uns war schon einmal da. Ständig in einem Kreis drehen, und in der Mitte ist das Licht. Die Quelle. Die Liebe, der Frieden, Reichtum und Glück.

Alle Menschen sind angekommen. In der Erde begraben. Feucht und verschimmelt ist der Sarg, in dem wir alle eines Tages liegen werden. Oder doch verbrannt und in Asche und Staub verwandelt. Zersplittert in viele kleine Teile. Die Erde nimmt die gestorbenen Zellen auf. Sie werden von Wind und Regen auf die Pflanzen und in der Natur verteilt. Es braucht nur seine Zeit.

Wer spricht schon gerne über Tod, Panik, Angst. Ins Leere, Nichtbekanntes. Neues entdecken. Wohin führt der Weg, ist das schmerzhaft? Der Tod ist ein Teil unseres Lebens, genau wie das Atmen. Was dann, wenn wir so weit sind? Ein letzter Atemzug, das tut ja nicht weh, und bald versinken wir in eine neue Welt. Dort wo man keine Angst oder Schmerz kennt, wo alles neutral und leer ist, alles nur Illusion.
Aus der Erde neu geboren. Die Kartoffel, die tief in der Erde ihre Wurzeln verankert hatte. Die Nährstoffe des Bodens, die sie aufgenommen hatte und von einem Menschen gegessen wird als Speise. Der Mensch bekommt neue Informationen. Wir wundern uns, wenn neue Bilder in unserem Kopf entstehen. Bilder, die uns wie Träume vorkommen. Das kenne ich woher! denkt sich jeder ohne eine Assoziation zu haben. Das haben wir durch die Nahrung in uns aufgenommen. Das bemerkt nur keiner.

Wenn man alleine ist, mit sich selbst. Alles ruhig. Man hat die Zeit, an alle die zu denken, die man wirklich geliebt hat. An alle, die gestorben sind und uns in diesem Moment so stark fehlen. Und wir würden uns wünschen, sie in diesem Moment, ohne eine Träne zu vergießen, noch einmal in den Armen zu halten. Fest an unsere Brust zu drücken. Nur für einen Augenblick dieses Gefühl zu genießen und die Wärme dieser Person zu fühlen. Das Leben kann so wunderschön sein. Mit all seinen Prüfungen, die wir Tag für Tag bestehen müssen. Wir sind als Kämpfer geboren. Unser Überlebensinstinkt, es ist reine Magie, zeigt uns intuitiv, wo es langgeht. Und eines Tages kommen wir an.

An das, was von uns „Tod“ genannt wird. Eine Türe geht zu und andere geht auf. Wieder ein neugeborenes kleines Kind. Vor wenigen Stunden erst im Krankenhaus geboren. Alter Mann vor kurzer Zeit verstorben. Ist das nicht ein Wunder? Und wir alle dachten, es sei aus. Himmel und Hölle nehmen uns auf? Gleichgewicht im Universum. Der Energiekreis hat nie ein Ende. Genauso wie wir.

Wir sterben nie.